Rick Geary wendet sich in Daisy Goes to the Moon vom True Crime mit Vintage-Flair dem verspielten Fantastischen zu – in dieser Adaption einer Novelle von Mathew Klickstein, inspiriert von den erfolgreich veröffentlichten Jugendwerken der viktorianischen Autorin Daisy Ashford, die sie zusammen mit ihren Eltern schrieb. In Gearys Version steht die kleine Daisy selbst im Mittelpunkt, und stilistisch wird alles liebevoll pastichiert – von Alice in Wonderland und The Wizard of Oz bis hin zu Comics des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts: Daisy wird von einem „rokitship“ ins Abenteuer gelockt, als sie beschließt, mit einem Mann namens Mr. Z zum Mond zu fliegen. Dort begegnen sie Monstern mit vielen Augen, Zeitreisenden mit Fernsehern, ihrem Doppelgänger, einem „troobador“ und noch vielen weiteren Wundern und Widrigkeiten. Geary setzt seine ausdrucksstarken Schwarz-Weiß-Figuren mit klarer Linienführung und jeweils eigener Körpersprache in kunstvolle Rahmen, die Schauplätze und Erzählebenen markieren. Dazu kommt herrlich turbulenter Wort- und Slapstick-Humor, wenn die Figuren aneinandergeraten – manchmal ganz wörtlich. Gearys seltene künstlerische Gabe, opulente Details vergangener Epochen darzustellen, ohne dabei erzählerische Klarheit oder Spaß einzubüßen, passt perfekt zu Klicksteins fantasievoller Schreibe. Mit Anklängen an Philip K. Dick, Douglas Adams und Antoine de Saint-Exupéry wird das Buch Leser*innen begeistern, wenn sie Daisys spielerische, herrlich verrückte Weltraumabenteuer entdecken.