Eine Sammlung unheimlicher und erstaunlich vorausschauender Geschichten über die ökologische Apokalypse, künstliche Intelligenz und das Verschmelzen von Mensch und Maschine im Kampf ums Überleben. Willkommen in Moderan, der Welt der Zukunft. Hier tobt ein endloser Krieg, geführt von wütenden Herrschern, die aus Strongholds heraus kämpfen, gut bestückt mit „arsenals of fear“, und alle sind vom Hass besessen. Die verwüstete Erde ist von einer gewaltigen Schicht grauen Plastiks überzogen, und als wäre das noch nicht genug, wetteifern die Menschen darum, immer mehr ihrer eigenen „weichen Teile“ durch Stahl und Maschinerie zu ersetzen. Wozu braucht es noch den Zeitplan der Natur, wenn Bäume und Blumen durch Löcher im Plastik nach oben gedrückt werden können, jeder zur passenden Jahreszeit? Wer braucht menschliche Nähe, wenn man sich im Laden neue Metall-Geliebte nach Wunsch zusammenstellen lassen kann? Doch selbst ein Stronghold-Herrscher, der hoch über den Raketen und den minderwertigen Menschen darunter triumphiert, zweifelt manchmal am Katechismus von Moderan. Wanderer, Dichter und manchmal sogar seine eigenen Kinder statten ihm Besuche ab und beweisen, dass eine andere Welt möglich ist. „Die Wirkung ist, als hätten Whitman und Nietzsche zusammengearbeitet“, schrieb Brian Aldiss über die Moderan-Geschichten. Ursprünglich in den 1960er- und 70er-Jahren in Science-Fiction-Magazinen veröffentlicht, gelegentlich in Anthologien nachgedruckt und von Sammler:innen leidenschaftlich gesucht, waren die Geschichten seit mehr als fünfundvierzig Jahren nicht mehr in einem einzelnen Band erhältlich. Wie Anthony Burgess in A Clockwork Orange prägte David R. Bunch für seine Erzählungen ein umwerfend eigenwilliges neues Vokabular, das sich aus der Bibel und der Sprache zeitgenössischer Werbung speist. Sein Ziel war es nicht, die Leser:innen von den Schrecken der modernen Welt abzulenken, sondern sie ihnen schonungslos direkt vor Augen zu führen. Moderan ist eine Botschaft aus dem letzten Jahrhundert an das einundzwanzigste – geschrieben, um uns aus unserer Selbstzufriedenheit aufzurütteln.