„Du wirst dich fragen, wie etwas gleichzeitig so traurig und so lustig sein kann.“ —Lev Grossman, Time Inspiriert von einem Gemälde eines Zen-Mönchs aus dem 16. Jahrhundert, auf dem hundert Dämonen einander über eine lange Schriftrolle jagen, setzt sich die gefeierte Cartoonistin Lynda Barry in siebzehn Vignetten in Vollfarbe mit den verschiedensten Dämonen ihres Lebens auseinander. In Barrys Hand sind Dämonen jene Momente im Leben, die dich verfolgen, prägen und bei dir bleiben: dein schlimmster Freund; Kickball-Spiele in einer warmen Sommernacht; deinem kleinen Bruder beim Tanzen zusehen; der Geruch der verschiedenen Häuser in der Nachbarschaft, in der du aufgewachsen bist; oder der Tag, an dem dir klar wird, dass deine Kindheit längst vorbei ist und du jetzt offiziell ein Teenager bist. Als Cartoonistin hat Lynda Barry die angeborene Fähigkeit, den Kern der Wahrheit treffsicher herauszuarbeiten – eine magische Qualität, die ihr Buch One! Hundred! Demons! zu einem zeitlosen Klassiker des frühen 21. Jahrhunderts gemacht hat. In der Einleitung des Buches wirft Barry die Idee von Wahrheit jedoch über Bord, indem sie die Leser*innen fragt, ob Fiktion Wahrheit enthalten kann und ob Autobiografie Fiktion in sich tragen kann – eine Hybridform, die Barry „autobiofictionalography“ nennt. Je besser man Barrys Dämonen kennenlernt, desto klarer wird, dass die tatsächliche Wahrheit keine Rolle mehr spielt, weil die universelle Kraft von Barrys Comics – ob wahr oder nicht – alles überstrahlt.