(W/A/CA) Joe Ollmann Ollmann hat 10 Jahre damit verbracht, Seabrooks seltsames, chaotisches Leben zu erforschen, und das merkt man: Sein Buch ist wunderbar reichhaltig und detailgenau. Nichts scheint seiner Aufmerksamkeit oder seinem Mitgefühl zu entgehen. —Rachel Cooke, The Guardian Das kühne und zerstörerische Leben des Mannes, der das Wort „Zombie“ populär machte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stand Reiseliteratur für den Wunsch des wachsenden Bürgertums, die exotischen Kulturen der Welt jenseits des eigenen unmittelbaren Umfelds zu erleben. Der Journalist William Buehler Seabrook war geradezu sinnbildlich für diesen Trend — er nahm an Voodoo-Zeremonien teil, ritt auf Kamelen durch die Sahara, suchte den Kontakt zu Kannibalen und machte vor allem den Begriff „Zombie“ im Westen bekannt. Eine Reihe seiner Bestseller zeigt einen engagierten, einfühlsamen Gentleman, der diese seltsamen, verborgenen Wunder mit dem Rest der Welt teilen wollte. Er war bereit, tiefer zu gehen als jeder Außenstehende zuvor. Doch natürlich gab es auch eine dunkle Seite. Seabrook war ein kaum funktionsfähiger Alkoholiker, der von Fesselspielen und der sogenannten mystischen Franchise von Schmerz und Erniedrigung tief besessen war. Sein Leben war eine Abfolge von Reisehöhen und alkoholgetränkten Tiefpunkten; immer wieder stieg er auf den Wagen der Abstinenz und fiel wieder herunter. Was brachte den beliebten und eindringlichen Autor in einen so traurigen Zustand? Cartoonist Joe Ollmann verbrachte sieben Jahre damit, Seabrooks Leben zu erforschen, mit noch lebenden Familienangehörigen zu sprechen und lange vernachlässigte Archive auszuwerten, um das rastlose Leben eines vergessenen amerikanischen Schriftstellers zusammenzusetzen. Oft verwebt Ollmann dabei Seabrooks eigene Worte und die seiner Biografen. The Abominable Mr. Seabrook stellt Seabrook als Gläubigen dem Seabrook als Ausbeuter gegenüber — und überlässt es den Leserinnen und Lesern, darüber nachzudenken, wo der eine endet und der andere beginnt.