In dieser wortlosen, vollfarbigen Sammlung satirischer Comic-Kurzgeschichten zeichnet ein international gefeierter Cartoonist die letzten Tage des berühmtesten Vampirs von allen nach.
Alberto Breccia's Dracula besteht aus einer Reihe brutal witziger satirischer Missgeschicke mit dem glücklosen titelgebenden Antihelden in der Hauptrolle. Der Protagonist ist buchstäblich entzaubert und entwaffnet – ein demütigender Besuch beim Zahnarzt hilft da auch nicht weiter – und seine glorreichen Tage liegen längst hinter ihm. Andere, noch unheilvollere Schurken (eine korrupte Regierung, offen gestützt vom amerikanischen Imperialismus) machen die Dorfbewohner weit schlimmer krank und saugen ihnen das Leben aus, als es je eine Kreatur der Nacht könnte. Dies ist der erste gemalte, vollfarbige Band in Fantagraphics' auf Künstler fokussierter Alberto Breccia Library, und die atmosphärische Farbpalette verleiht dem Ganzen zusätzliche Stimmung und Tiefe. Außerdem ist ein Skizzenbuch enthalten, das den Arbeitsprozess des Künstlers zeigt.
Dracula hat keinen Co-Autor, und deshalb ist Breccias karnevaleske Vision hier so unverfälscht wie nur möglich. Entstanden während der letzten einer Reihe argentinischer Militärdiktaturen (1982–1983), erschien diese Serie von Comic-Kurzgeschichten 1984 in Spaniens Zeitschrift Comix Internacional. Die moralische Absicht von Breccias expressionistischem Zeichenstil wird dabei unmissverständlich deutlich: Er zeigt, dass jedes Quäntchen Fleisch und Blut seiner grotesken, aufgedunsenen Figuren den weniger Glücklichen auf grausame Weise abgepresst wurde.
Alberto Breccia's Dracula ist Teil der Reihe The Alberto Breccia Library.