Das Thema Emigration betrifft jede Polin und jeden Polen. Wenn nicht direkt, dann über Familie und Freunde. Heute kann jede*r Auswanderer*in werden, vom Mechaniker bis zur Violinistin. Man hält über Skype Kontakt mit den Angehörigen, kauft im polnischen Laden ein und wartet auf die erste Auszahlung in Pfund oder Euro. All das ist zu einer generationenprägenden Erfahrung geworden. Der Blog Na emigracji. greift dieses universelle Thema auf. Er wird seit Oktober 2013 geführt und von mehr als 10.000 Fans verfolgt. In einem Stil, der an Comic-Illustrationen erinnert, erzählt er von den Höhen und Tiefen von Einwander*innen, die beschlossen haben, auf die Britischen Inseln zu ziehen. Die minimalistischen Aquarelle werden durch Text ergänzt (sowohl auf Polnisch als auch auf Englisch), der die Nuancen alltäglicher Erlebnisse und unerwarteter Situationen hervorhebt, mit denen Pol*innen außerhalb Polens konfrontiert sind. Oft ist das komisch – sei es, weil gängige Stereotype offengelegt werden (auf beiden Seiten) oder weil kulturelle Unterschiede mit trockenem Humor beobachtet werden. Der Blog hat starke autobiografische Züge und ist teilweise auch Dokumentation. Er ist ein kleiner Bericht, ein Tagebuch und vor allem ein künstlerisches Zeugnis von Erfahrungen, in denen sich Millionen polnischer Emigrant*innen und ihre Angehörigen wiedererkennen können.