Wage Slaves ist ein Comic, in dem die Frage „Welcher Idiot hat eigentlich gesagt, dass es mit nur ein bisschen Arbeit jede*r schaffen kann?“ bei der Protagonistin Daria voll ins Schwarze trifft. Sie hat weder Hoffnung noch Aussichten auf eine große Karriere. Sie hat weder Zeit noch Energie zum Zeichnen, geschweige denn zum Schlafen. Diese Realität steht im krassen Gegensatz zum Hipster-Leben in Malmö. Deren Facebook-Fotos und die nächtlichen Currys, die sie ihnen serviert, sind die einzigen Aufreger im Leben der 25-jährigen Daria. Ihre Zukunft sieht sie so: „pleite und bettelnd auf der Straße in einer verwüsteten Mad-Max-artigen Landschaft, ohne Kinder, die sich um mich kümmern – weil wir ja alle offene Beziehungen führen“ (denn Daria ist auch auf diese Art sehr witzig). Doch die Geschichte all dieser Jahre voller harter Arbeit und Enttäuschungen ist vor allem auch eine Geschichte vom Beginn des Engagements: Was wäre, wenn sie, um aus Dunkelheit und Verzweiflung auszubrechen, ihre Wut einfach klüger hätte einsetzen müssen? Bedeutet eine etwas „vorteilhaftere“ Position oder zumindest ein etwas weniger prekäres Leben, dass sie die moralische Verantwortung hat, andere zu verteidigen? Könnte diese junge Frau, ein wenig verloren zwischen komplizierten Liebesgeschichten, lähmenden Zweifeln und tiefer Verzweiflung, die Welt verändern?“