In Wendy’s Revenge kehrt Scotts titelgebende Heldin mit einer neuen Reihe peinlich-awkwarder Missgeschicke und chaotischer Partynächte zurück. Als das Buch beginnt, beschließt die angehende Künstlerin Wendy, an die Westküste zu ziehen, um den Kopf freizubekommen. Sie freut sich darauf, Zeit mit ihrer Kollaborateurin und Freundin Winona zu verbringen, nur um festzustellen, dass Winona gerade ihre Sachen packt, weil sie beschlossen hat, zurück zu ihrer Mutter im Reservat zu ziehen. Ganz auf sich allein gestellt versucht Wendy, in Vancouvers trostloser Kunstszene so etwas wie Gemeinschaft aufzubauen. Als ihre Hoffnung und ihr Optimismus endgültig aufgebraucht sind, packt sie ihre Koffer für eine Künstlerresidenz in Japan. Danach tingelt Wendy von Galerie zu Galerie und feiert sich rund um den Globus, bis sich ihr die Chance bietet, sich mit ihrer früheren Rivalin Paloma zusammenzutun. Gemeinsam nehmen sie Rache an VVURST, der deutschen Publikation, die ihre Performance-Kunst einst in der Luft zerrissen hat. Junge Künstler*innen kämpfen mit psychischen Problemen, betrinken sich, landen mit Männern mit widerlichen Piercings im Bett und werden von einer unstillbaren Sehnsucht nach einer stabilen Identität geplagt – einer Stabilität, die sie selbst immer wieder sabotieren. Scotts täuschend einfache, tintige Figurenzeichnungen fangen die Millennial-Kultur mit einer so jungianischen Genauigkeit ein, dass man gleichermaßen starren und kichern muss. Gelobt vom The New Yorker, Guardian und Globe and Mail und vertreten in der Anthologie Best American Comics, wird schnell klar, warum Walter Scotts Wendy-Comics die Kritikerwelt im Sturm erobert haben.